Trainingslager Südafrika II

Trainingslager Südafrika II

Wir sind jetzt schon seit zwei Wochen in Südafrika, sind immer noch sehr motiviert und freuen uns auf das tägliche Training. Unser Tagesrythmus hat sich mittlerweile eingepegelt und beginnt jeden Tag mit einem Auftakt um 06:45 Uhr. Zu dieser Zeit ist die schöne und sehr gepflegte Grasbahn noch mit Reif überzogen, was ein wunderschönes Bild ergibt. Die Grasbahn ist unser täglicher Trainingsbegleiter und zusammen mit den vielen Cricketfeldern ein riesiges Areal, in welchem wir unsere Dauerläufe oft Barfuß absolvieren. Da wir in den ersten Tagen, getrieben vom Ehrgeiz, unsere Läufe etwas zu schnell gelaufen sind, heißt es ab der letzten Woche nach dem Training immer: ab zur Laktatmessung bei Trainer Dietmar Jarosch. Diese nicht ganz schmerzfreie Prozedur dient dazu, unseren Laktatgehalt im Blut festzustellen sowie das Training professioneller zu gestalten. Da wir mittlerweile unseren Laktatbereich kennen und gut einschätzen können, gibt es nur noch kurze Ansagen von Herrn Jarosch zur Geschwindigkeit des Dauerlaufs und danach einen Abgleich mit unseren realen Werten. Ich (Jan) habe gestern beispielsweise nach den Tempoläufen ganz gut gemerkt, wie sich ein Laktatwert von 21mmol im Körper anfühlt, als ich völlig fertig nach den Läufen mit zitternden Beinen neben der Bahn lag. Karl hat in der letzten Woche etwas ruhiger trainiert, da er aufgrund der klimatischen Umstellung mit Halsschmerzen und Schnupfen zu kämpfen hatte. Zumindest auf unserem Zimmer war es deshalb sehr entspannt und schön ruhig 😉

Eine willkommene Abwechslung zur täglichen Trainingsroutine bieten die sich hinter den Cricketfeldern befindlichen Tennisplätze, wo wir an ruhigen Tagen wie zum Beispiel nach einem Dauerlauf noch so manches Spiel austragen. Zusammen mit Fußballtennis haben wir eine trainingsgruppeninterne Wertung, in welcher der schlechteste Spieler dem Besten am Ende des Trainingslagers ein Eis spendieren muss 🙂 Wer gerne Eis ist, kommt hier in Potchefsstrom bestens auf seine Kosten. Ein Südafrikaner mit bayrischem Dialekt verkauft in der Stadt feinstes italienisches und schweizerisches Eis. Unter anderem die Sorten Lindt Schokolade oder Ferrero Rocher stehen zur Auswahl und wurden von uns schon genüsslich verspeist. Auch ein Ausflug in ein altehrwürdiges niederländisches Café mit blühendem Garten und ruhig vor sich hin plätschernden Springbrunnen zählte an einem freien Nachmittag zu unseren Zielen. An den selbstgebackenen Torten und Kuchen kamen wir natürlich auch nicht vorbei. Wir gönnten uns ein großes Stück Quarkkuchen sowie ein Stück der Schokotorte, alles wärmstens zu empfehlen, jedoch nichts für Leute, die morgens aufgrund zu vieler Pfunde nicht in den Spiegel sehen können 😀

Auf dem Weg zur Apotheke begegnete ich (Jan) außerdem einer Einheimischen, welche in schwer verständlichem Englisch zu erklären versuchte, dass sie Geld für eine Unterkunft brauche und anbot, für mich zu arbeiten. Nach einem langen Gespräch und vielen neuen Erfahrungen gab ich der Frau 100 Südafrikanische Rand und wünschte ihr alles Gute für die Zukunft. Dabei wurde mir bewusst, dass selbst nach der Apartheit hier starke gesellschaftliche Unterschiede spürbar sind.

Am heutigen Tag beginnt Karl wieder mit schnelleren Läufen, welche seine Form und Laune rasch wieder ansteigen lassen werden. Die schöne ruhige Zeit auf dem Zimmer wird also auch bald der Vergangenheit angehören 😀 Wir freuen uns auf weitere zwei harte Wochen hier in Südafrika und melden uns wieder!!

Karl und Jan

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