Trainingslager Südafrika III

Trainingslager Südafrika III

Trainingslager am anderen Ende der Welt

Nun liegen dreieinhalb Wochen hartes Trainingslager hinter uns und es ist für uns an der Zeit Koffer zu packen. Es war wirklich eine schöne, aber auch sehr harte Zeit. Vor allem hat uns aber Südafrika als Trainingsstandort überzeugt. Die Möglichkeit aus dem Hotel herauszugehen und sofort auf einer top gepflegten Grasbahn zu stehen, hat man nicht alle Tage. Wir haben dies genutzt und viele Einheiten auf Gras trainiert. Das Barfußlaufen kommt in Deutschland leider viel zu kurz – hier haben wir fast jeden Dauerlauf auf Rasen absolviert. Der Vorteil daran: Man beansprucht ganz andere Muskelgruppen, als wenn man auf Asphalt läuft. Der Rücken wird durch dem weichen Untergrund entlastet, beim Barfußlaufen die Füße zusätzlich trainiert. Nicht umsonst trainieren die weltbesten Kenianer und Jamaikaner viele ihrer Einheiten auf Rasen und laufen oft barfuß. Ein Erfolgsrezept, von dem auch wir profitieren wollten. Selbst Tempoeinheiten wie 4x 1000 m absolvierten wir auf der Grasbahn, welche wir mit jedem Tag mehr in unser Herz schlossen. Auf dem riesigen Gelände bot es sich natürlich an, auch jeden Dauerlauf auf Rasen zu trainieren. Bei einem Nachmittagslauf mit Hindernisbundestrainer Herrn Aßmus stieß dann auch 3000 m Hindernisläuferin Gesa Krause zu uns und wir hörten ihr aufmerksam zu. Gesa absolviert über das Jahr verteilt eine ganze Reihe von Höhentrainingslagern, angefangen mit Kenia, Äthiopien und schließlich Südafrika. Das sie in Südafrika alles richtig gemacht hat, bewies sie in ihrem ersten Rennen der Diamond League Serie in Doha, wo sie neuen Deutschen Rekord über 3000 m Hindernis gelaufen ist. Leider hatten wir außer dem Dauerlauf wenig Zeit, um uns mit ihr auszutauschen.

Zur Nachbereitung des Dauerlaufs stand entweder spezielle Gymnastik unter Leitung des Bundestrainers Georg Schmidt oder ein Krafttraining mit dem Slingtrainer auf dem Programm. Der Slingtrainer dient der speziellen Kräftigung der kleinen Muskelgruppen des Körpers, welche für das Laufen besonders entscheidend sind. Unser Trainer Herr Jarosch führte mit uns einmal die Woche ein solches Training durch, welches wir noch am nächsten Tag deutlich merkten. Sein Motto: „20 Minuten Slingtraining reichen locker aus, um alle relevanten Muskelgruppen zu trainieren“. Ein Ratschlag, den sich auch viele Hobbyläufer annehmen können.

An einem freien Nachmittag sind wir mit dem Bus nach Sun City gefahren. Sun City muss man sich wie eine kleine Stadt vorstellen, von der aus man viele Freitzeitaktivitäten buchen kann. Von einem großen Golfplatz, einer riesigen Badelandschaft oder einem Casino. In Sun City war alles möglich. Wir entschieden uns für etwas Afrika Typisches und wurden auf Safari von Südafrikas Tier- und Pflanzenwelt nicht enttäuscht. Bis auf Löwen konnten wir in unserem Jepp alle für Afrika bekannten Tiere aus nächster Nähe beobachten. Karls Selfiestick durfte bei der Tour natürlich nicht fehlen, sodass ein wirklich sehr schönes Video von der Safari entstand. Insgesamt sah man Karl oft mit Kamera und Selfiestick Videos drehen. Ob beim Gang in die Stadt, bei Kaffee und Kuchen oder beim Dauerlauf, überall traf man ihn nur in Begleitung seiner Kamera. Als einmal bei Tempoläufen die Ausrichtung seiner Kamera nicht stimmte, platzte Herr Jarosch etwas der Kragen und er fuhr Karl an, disziplinierter zu arbeiten und sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Sein Motto lautet nicht umsonst: „Nur durch Disziplin und harte, strukturierte Arbeit kommt man ans Ziel und schafft die Normen für internationale Wettkämpfe“. Ein Satz, den wir während der Tage nicht nur oft hörten, sondern wir auch durch die vielen anderen internationalen Athleten vorgelebt bekamen. Beim Auftakt hatte Jan die Möglichkeit, sich um 7 Uhr in der Früh mit dem Südafrikanischen Meister über 5000 m zu unterhalten. Er trainiert dreimal pro Tag, sechs Tage die Woche, 350 Tage im Jahr. Wer eine Marathon Bestzeit von 2:06 Stunden aufweisen kann, ist natürlich für Sponsoren und als Laufpartner sehr begehrt und so stellte Jan weiter Fragen, ganz nach dem Motto:“ Von Profis lernen und es ihnen später nachmachen“. Der Südafrikaner war sehr redegewandt und erzählte viel, so auch, dass er Teil des Nike „under 2 Hours Project“ ist, welches am 06.05 in Monza stattfand. „Er sei als Tempomacher eingesetzt und werde alles dafür tun, dass die magische Marke fällt“ Sein komplettes Leben ist auf den Sport ausgerichtet, da man in Südafrika gut davon leben kann, wenn man schnelle Zeiten läuft. Er hofft, am Ende seiner Karriere nochmal einen großen Marathon gewinnen zu können, denn das Preisgeld reiche dann für die Versorgung seiner Familie für die nächsten Jahre. Als Schwarzer habe man es in Südafrika nicht leicht, wenn man keine herausragende Person ist. Deshalb ist der Sport extrem wichtig und als Einnahmequelle essistentiell.  „Run, Eat, Sleep“, diesen Leitsatz wendet er jeden Tag an und auch wir bekamen während des Trainingslagers ein Gefühl davon, wie es die absoluten Profis machen, um erfolgreich zu sein.

Auch wir trainierten während der Wochen extrem hart und sind optimistisch, die gezeigten Trainingsleistungen auch im Wettkampf umzusetzen. Jan wird am 19.05. in Karlsruhe über die 800 m in die Saison einsteigen, Karl am 03.06. in Pfungstadt über die 1500 m. Wir sind sehr gespannt, wie das Training anschlägt und hoffen, auch im nächsten Jahr wieder am südlichen Zipfel der Welt trainieren zu können.

Karl und Jan

Jan & Karl im Trainingslager

Trainingslager in Südafrika ✈️ knapp eine Woche sind Jan & Karl noch in Potchefsstrom – danach geht es dann gleich zu den entscheidenden Wettkämpfen um die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft sowie die Europameisterschaften – wir drücken die Daumen! #FördervereinLeichtathletik #TrainierenWoAndereUrlaubMachen 😅

Posted by Laufszene Sachsen on Samstag, 29. April 2017

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