Deutsche Meisterschaften 2018

Deutsche Meisterschaften 2018

Rückblicke zur Deutschen Meisterschaft am 21. & 22. Juli 2018 in Nürnberg

Bei den Deutschen Meisterschaften im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg fielen am 3. Juliwochenende 20 Einzel-Entscheidungen, darunter auch die Disziplinien unserer Athleten: 800 m, 1.500 m sowie 3 x 800 m Staffel U20. Neben dem nationalen Titel ging es dabei auch um die finale Entscheidung um die Startplätze für die Heim-EM in Berlin. Es hieß also gleich doppelt: alles geben!

Celine: “Nachdem ich dieses Jahr anfänglich ein paar Schwierigkeiten hatte in die Saison zu starten, gelang es mir bei den Deutschen Meisterschaften der U23, welche am letzten Juni-Wochenende in Heilbronn stattfanden, meine Bestzeit über 800m anzugreifen. Mit einer Zeit von 2:08,88min lief ich bis auf 3 Zehntel an meine Bestzeit heran und wurde Fünfte. Diese Zeit bedeutete für mich auch gleichzeitig die Erfüllung der Norm für die Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen in Nürnberg und somit auch die Chance wahrzunehmen in einem topbesetzten Teilnehmerfeld an den Start zu gehen, vor einem großen Publikum zu laufen und mich mit Deutschlands Spitze des Laufs zu messen.

So fuhr ich hochmotiviert und mit viel Vorfreude nach Nürnberg, mit dem Ziel alles zu geben und meine Bestzeit zu steigern. Da ich aber gerade erst im ersten Frauenjahr bin und noch der Altersklasse der U23  angehöre, sah ich die Deutsche Meisterschaft als Zugabe und freute mich dort an den Start gehen zu können.

Nachdem es schon den ganzen Tag geregnet hatte, blieb auch bei unseren Vorläufen am Samstag der Regen nicht aus und so ging ich im dritten und letzten Vorlauf an den Start. Mein Lauf war ein typisches Meisterschaftsrennen und von vielen Positionskämpfen geprägt. Es galt sich im Gedränge gut zu positionieren und auf den letzten 200m nochmal alles zugeben. So kam ich bei 2:08,92min als Viertplatzierte des Vorlaufs ins Ziel. Diese Platzierung reichte leider knapp nicht für eine Qualifikation für das Finale, da sich nur die ersten zwei Läuferinnen meines Vorlaufs dafür qualifizierten.

Nach anfänglich noch leichter Enttäuschung darüber, dass es knapp nicht mit einer Finalteilnahme geklappt hatte, kann ich letztendlich mit einem 11. Platz in Deutschland und einer Zeit von 2:08,92min mehr als zufrieden sein. Ich bin froh, dass ich mich mit den besten deutschen Läuferinnen messen konnte und habe die tolle Atmosphäre im Stadion genossen, es hat richtig Spaß gemacht in Nürnberg zu laufen!

Nun freue ich mich auf die Saisonpause und gehe voller Motivation in die nächste Saison.“
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Johanna: “Nachdem ich aufgrund gesundheitlicher Beschwerden in den letzten Wochen weniger trainieren konnte, bin ich froh, dass mein Team und ich die Deutschen Meisterschaften mit einem zufriedenstellenden 8. Platz beenden konnten. Meine Einzelleistung der 3 x 800 m lief besser als vorher erwartet und alles in allem bin ich mit diesem Höhepunkt als Saisonabschluss mehr als zufrieden.”

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Jan: “Gerade zu Beginn des Laufes und auf den ersten 200m habe ich versucht, mich aus allen Rangeleien herauszuhalten und vor allem locker zu bleiben. Nach der ersten Runde fand ich mich auf Positon 6 wieder und habe mich noch gut gefühlt. Auf der Gegengeraden bei 550m haben dann Benedikt Huber und Marc Reuther angegriffen. Da ich jedoch nicht ganz dran war, ist eine Lücke entstanden, die sich durch die Schlusskurve gezogen hat. Auf der Zielgraden konnte ich zwar noch zwei Jungs überholen, jedoch hat es nicht mehr gereicht, um aufs Podest zu laufen.

Am Ende war es Platz 4 in einem hochkarätigen Finale, in welchem die Jungs vor mir alle schon die Norm für die EM in Berlin hatten. Ich bin aufgrund des Saisonverlaufs mit dem Resultat nicht unzufrieden, doch muss ich daran arbeiten, auch aus meiner Konstanz auszubrechen um in die Bereiche 1.45-46min vorzustoßen. Daran gilt es nächstes Jahr zu arbeiten.”

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Karl: “Mit gemischten Gefühlen reiste ich nach Nürnberg: zum einen sind Deutsche Meisterschaften immer ein Highlight, da man viele bekannte Gesichter trifft und eine tolle Stimmung im Stadion herrscht. Zum anderen schleppte ich mich schon seit drei Wochen mit einer Entzündung im Fuß herum, welche wahrscheinlich auf eine Überbelastung zurückzuführen ist.

Ich habe in diesen drei Wochen einige Tage Ruhe rangelassen, war sehr oft in physiotherapeutischer Behandlung und trainierte teilweise mit Schmerzen. Die Vernunft hätte klar und deutlich gesagt, die Entzündung auskurieren & die Saison rühzeitig beenden. Doch das kann es nicht gewesen sein, so kurz vor dem Jahreshöhepunkt: nein da muss ich durch. Ich war die ganz Saison so gut drauf und hatte schon sämtliche Bestzeiten aufgestellt. Also ging ich das Risiko ein, und stellte mich der Konkurrenz.

Der Vorlauf fiel mir sehr schwer und ich merkte, dass mir sämtliche Spannung im Kopf sowie in den Beinen fehlte. Aber ich musste stark bleiben und weiter an mich glauben. Unsere Physiotherapeutin vor Ort behandelte mich direkt nach dem Rennen mit einer Massage und tapte mich neu, um den Fuß so gut wie möglich zu stabilisieren. Am Finaltag kam dann die erhoffte Aufregung und ich spielte den ganzen Tag das Rennen in meinem Kopf ab. Auf dem Einlaufplatz spürte ich die Stiche meines Fußes wieder und versuchte mich abzulenken.

Ich betrat das Stadion und alles war vergessen, die Atmosphäre war super und ich wollte nur noch laufen. Ich ging das Rennen mit bedacht ruhig an und hielt mich am Ende des Feldes auf, um Kraft zu sparen. Als es in die letzte Runde ging, tobte das Feld und das Gerangel  ging los, ich blieb weiter konzentriert und sammelte alle Kräfte zusammen. Auf der Gegengerade 250 Meter vor dem Ziel griff ich an und scherte aus auf Bahn 2. Ich war mit im Führungsrudel und stand auf einmal eingangs der Zielgerade auf fünfter Position.  Ich konnte meinen Augen nicht glauben und dachte einfach nur noch „Lauf um dein Leben und bring es ins Ziel“.

Wenn ich einmal vorbei bin kommt im Normalfall auch keiner mehr vorbei, diesmal war es doch so, ich spürte das meine Beine schlagartig fest wurden und ich 50 Meter vor Ziel überlaufen wurde. Ich kam enttäuscht als 8. ins Ziel, zog meine Spikes aus und verließ das Stadion. Wo das Adrenalin weg war, musste ich feststellen, dass ich meinen Fuß nicht mehr abrollen konnte.

Die nächsten Wochen ist jetzt erst mal Entlastung angesagt, für Fuß und Körper. Damit ich im September mit neuer Kraft ins Aufbautraining starten kann.”

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